Einsatz von Stereodelays im Gitarren-Setup

Liebe Gitarrenfreunde,

in der heutigen Ausgabe meines Blogs habe ich Euch ein Fragment aus dem Klotz „Live-Rig“ und Effekte mitgebracht. Wie immer stehe ich Euch für Fragen unter info@learn2rock.de oder http://www.learn2rock.de zur Verfügung.

 

In diversen Emails wurde ich nach meinem Live-Setup und dem Thema „Delay“ gefragt.Ich selbst nutze Delays sowohl bei Leadsounds in kurzer und langer Variante und bei cleanen Sounds, um gerade arpeggierten Akkorden mehr Raum zu geben. Ich verwende seit etwa 5 Jahren das Eventide Timefactor im Rack und bin extrem zufrieden. Für kleinere Gigs nehme ich es einfach aus dem Rack heraus und nutze als im Stomp-Mode. Damit wäre zumindest das Setup klar. Ich hatte schon erwähnt, dass ich im Stereobetrieb fahre, dass heisst, es gibt 2 Topteile (Gitarrenverstärker) und 2 Boxen. Je eine Box/Topteil ist eine Panoramaseite. Die linke Seite nehme ich mit einem MD 421 ab und die rechte Seite wie vielen von Euch eher bekannt und geläufig über ein SM 57. Beide Mikros bringen das Signal je zu 50 % in die PA (Soundanlage) und kommen ohne Kompressor in das Summensignal. Dies ist das grundsätzliche Setup. Bei cleanen Sounds kommt noch eine Besonderheit dazu: Da ich eine Piezo-Schlatung verwende, geht neben dem magnetischen Signal zu den Boogies ein weiterer Kabelweg des bei Piezo/Magnetic-Systemen üblichen Stereoinstrumentenkabels zu einer DI-Box und zwar das Signal vom Piezo und von dort dann in die PA. Dieses Signal hat dann aber mit den Effekten nichts zutun. Ich benutze im Stereobetrieb folgende Delay:

Main Lead Tone (Haupt Solosound) für alle Solos, schnelle, artikulierte Läufe etc.: Delay linke Seite: 804 ms // rechte Seite 402 ms
ass. Lead Tone (zusätzlicher Solosound) für alle singenden, melodiösen Linien: links 1206 ms // rechts 603 ms

Mein verzerrter Rythmuschannel hat grundsätzlich keine Effekte.

Clean-Sound (mit Kompressor, Chorus): links 680 ms // links 340 ms (aber sehr songabhängig daher oft dem Klick angepasst)
Clean-Sound (mit Kompressor, Phaser): links 400 ms // rechts 200 ms (aber sehr songabhängig daher oft dem Klick angepasst)

Durch die unterschiedlichen Delay-Zeiten kommt ein unglaubliches Panorama zustande, dass ich, nachdem ich es einmal getestet hatte, trotz des relativ großen Aufwands nicht mehr missen möchte. Stereoeffekte sind eine unglaubliche Sache.

Viel Spass beim Testen. Für Tips und Anregungen stehe ich Euch gerne zur Verfügung.

Euer Nico Pitzer

Diatonische Akkordverwandtschaften – Basic Approach

Hallo liebe Gitarristen,

ich begrüße Euch heute zu einer neuen Ausgabe meines Gitarrenblogs mit einem kleinen Exkurs zum Thema diatonische Akkordverwandtschaften. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Einblick. Um tiefer in Begriffe, Funtionen und Materie einzusteigen, schreibt mir bitte eine Mail unter info@learn2rock.de oder besucht mich auf meiner Website unter http://www.learn2rock.de.

 

Als Grundlage soll uns eine C-Dur- Tonleiter dienen. Ihr könnt diese theoretischen Anregungen dazu nutzen Eure Akkordfolgen durch Substitutionen (Austauschen einzelner Akkorde) aufzuwerten.

Die C-Dur-Tonleiter (CDEFGAHC) ist als Tonleiter ein horizontales Klanggebilde. Betrachtet man die Leiter und ihre Töne als Grundtöne auf ihr entstehender Akkorde, so kann man auf jeden dieser Grundtöne durch Terzschichtung (Harmonisation) sogenannte Stufenakkorde bilden (zur Erinnerung eine kleine Terz hat drei, eine große Terz vier Halbtonschritte; kleine Terz Moll, große Terz Dur). Bildet man nun nach den Prinzipien der Harmonisation auf jedem dieser Grundtöne die Stufenakkorde, so entstehen folgende Drei- bzw. Vierklänge (zur Erinnerung: Ein Dreiklang ist ein Dreitongebilde bestehend aus Grundton, Dur- oder Moll-Terz und der Quinte, der jeweilige Vierklang entsteht durch Hinzufügen des jeweiligen Vierklangstone, zB.: große Septime (maj7) kleine Septime (Dominantseptakkord, Moll-Septakkord) oder Sexte (13)

– Dreiklang bzw. Vierklang
– C-Dur bzw. Cmaj7 (I. Stufe) Tonika
– D-Moll bzw. Dm7 (II. Stufe)
– E-Moll bzw. Em7 (III. Stufe)
– F-Dur bzw. Fmaj7 (IV. Stufe) Subdominante
– G-Dur bzw. G7 (V. Stufe) Dominante
– A-Moll bzw. Am7 (VI. Stufe) Tonikaparallele bzw. Par. Molltonart / Natürlich Moll
– H-vermindert bzw. Hm7b5 (VII. Stufe)

Diese Akkorde sind leitereigene Drei- bzw. Vierklänge von C-Dur. Im Jazz beschreibt man Turnarrounds. Die bekanntesten sind I-IV-V, II-V-I oder I-VI-II-V.

Hier kommt unter Anderem die Akkordverwandtschaft ins Spiel:

Durch die 7 Töne einer Tonleiter bliebt es nicht aus, dass sich Akkorde ähnlicher sind als andere. So kann man folgende Akkorde in Beziehung setzen:

C-Dur zu A-Moll oder E-Moll
F-Diur zu D-Moll oder A-Moll
G-Dur zu E-Moll oder H vermindert

Dies könnte man ebenso für die Vierklänge notieren. Durch die Verwandtschaftskette kann man nun jeden Akkord (man muss nur die Reihenfolge verwenden) zum jeweiligen anderen in Verbindung setzen.

Nun nimmt man sich eine Kadenz, zB II V I vor. DIe Akkordfolge wäre Dm7 – G7 – Cmaj7. Wir wissen aus der Tabelle oben, dass D-Moll mit F-Dur verwandt ist und können D-Moll somit durch F-Dur ersetzen: Fmaj7-G7-Cmaj7 (IV-V-I). Das könnt ihr gerne mit allen Kadenzen und Akkorden aus der Tabelle ausprobieren.

Solltet ihr Fragen haben: Stellen ;)

Viel Spass beim Testen.

Euer Nico Pitzer